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Warsteiner Vereinbarung: Nicht zum einzig bewohnten Steinbruch Europas verkommen PDF Drucken
Geschrieben von Jochen Köster   
Jochen KösterNatürlich muss die "Warsteiner Vereinbarung" öffentlich diskutiert werden. Da hat der ehemalige Vorsitzende des Kreis-Umweltausschusses, Karl-Heinz Willmes, völlig Recht. Für die nächsten Runden ist auch Öffentlichkeit mit Bürgerbeteiligung vorgesehen. Aber bei dieser ersten Lesung des Entwurfs war es vermutlich besser, dass der Bezirksregierung hinter verschlossenen Türen erst einmal ordentlich (von einigen) die Meinung gesagt wurde.

Leider darf ich - wegen der Nicht-Öffentlichkeit - auf keine Details eingehen. Ferdinand Aßhoff, zuständiger Abteilungsleiter bei der Bezirksregierung Arnsberg, wusste wohl genau, warum er zunächst nicht-öffentlich verhandeln wollte: Der aktuelle Entwurf der "Warsteiner Vereinbarung" scheint direkt aus der Feder der Steinindustrie zu stammen. Vielleicht sogar die indirekten Drohungen, für den Fall, dass Warstein nicht mitspielt. Was da auf 18 Seiten geschrieben steht, wäre eine einzige Katastrophe für Warstein. Der Text ist schlichtweg eine Frechheit und tritt die berechtigten Interessen der arg gebeutelten Bevölkerung mit Füßen.

Jetzt haben hoffentlich auch die Letzten verstanden, dass der Entwurf der "Warsteiner Vereinbarung" auch das Ergebnis der häufig windelweichen Gegenwehr ist. Noch ist es nicht zu spät, auch wenn die Bezirksregierung plötzlich einen enormen Zeitdruck aufbaut. Wir sollten uns dennoch nicht unter Druck setzten lassen, es geht um die Zukunft unserer Stadt. Wir träumen doch schon seit fast 50 Jahren von einer Umgehungsstraße und jetzt muss alles um jeden Preis in 10 Wochen unterschrieben sein?

Positiv an dem Entwurf und der erfolgten nicht-öffentlichen Diskussion ist aber: Jetzt kann die Steinindustrie - und hier insbesondere Franz-Bernd Köster - beweisen, ob sie tatsächlich den Dialog sucht. Und nicht nur unter Drohungen die eigenen Interessen über das Gemeinwohl stellt. Um gegen die Steinlobby zu  zu bestehen, müssen wir knallhart auf Augenhöhe verhandeln. Und gegebenenfalls auch den Mut haben, die "Warsteiner Vereinbarung" abzulehnen.

Ich wehre mich dagegen, dass meine Heimatstadt zum einzig bewohnten Steinbruchs Europas verkommt.


Mit freundlichen Grüßen


Jochen Köster
Fraktionsvorsitzender BG Warstein

 
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