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Umgehung B55: Herr Minister, lassen Sie Worten Taten folgen PDF Drucken
Geschrieben von Jochen Köster   
Koester Jochen.jpg„Ja, Herr Minister, wir Warsteiner sind uns einig“, rufe ich so laut ich kann NRW-Wirtschaftsminister Harry K. Voigstbeger zu. Das sollten wir alle machen, dann ist der Ruf umso lauter. Denn unser Wunsch scheint offensichtlich noch nicht bis zur neuen Landesregierung in Düsseldorf durchgedrungen zu sein.

Oder wie darf ich des Ministers gestern in Lippstadt getroffene Aussage zur B55n verstehen? Er hob hervor, wie wichtig der Ausbau nicht nur für Warstein sondern für ganz Südwestfalen ist. Wesentlich dabei sei aber, „ dass die betroffenen Kommunen eine klare Position vertreten“.

Diesen Vorwurf haben wir schon von vielen zuständigen Behörden gehört. Er ist sicher Ewigkeiten lang auch zutreffend gewesen. Aber seit einigen Jahren herrscht recht große Einigkeit in der Warsteiner Bevölkerung und im Rat.

Und was ist seit dem passiert? Nichts. Und warum nicht? Weil es letztlich doch gar nicht mehr um die Einigkeit der Warsteiner geht. Abgesehen von der Finanzierung gibt es ein noch viel größeres Problem: Eine Bundestrasse wird kaum durch einen aktiven Steinbruch führen. Da bräuchte der Minister nur mal bei Straßen.NRW in Meschede nachfragen.

300 Meter breit soll der Sicherheitsabstand zu jedweder B55n-Trasse im Bereich Hillenberg/Piusberg sein. Wie viel allerbesten Kalksteins in diesem Streifen wohl liegt? Wie viel Euro dieser wohl Wert ist? Und darauf soll die Steinindustrie zugunsten einer Straße verzichten? Eher das Gegenteil scheint der Fall. Oder warum liebäugelt die Steinindustrie sogar mit einem Abbau weit unterhalb der Schneiderlinien? Dabei scheint nicht nur die neue Straße, sondern auch unsere Trinkwasserquelle im Weg zu sein.

Ich möchte gar nicht Wissen, wie oft deshalb bereits die Steinlobby in Ihrem Wirtschaftsministerium, Herr Minister Voigtsberger, vorstellig geworden ist. Die B55n wird es erst geben, wenn der Steinabbau im Süden Warsteins beendet ist – so oder so.

Noch einmal: Wir Warsteiner sind uns mittlerweile einig, werter Herr Minister. Für unsere Stadt ist eine Verkehrsentlastung überlebenswichtig. Und wenn die B55 für die wirtschaftliche Entwicklung in Südwestfalen so wichtig ist, wie Sie sagen, dann lassen Sie Ihren Worten zügig Taten folgen.

Für die BG-Fraktion

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Köster


 
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