| Steinindustrie zum Feinstaub: Wir sind nicht allein die Bösen |
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| Geschrieben von Jochen Köster | |
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"Wir sind nicht allein die Bösen" ist sich Westkalk-Chef Franz-Bernd Köster sicher und gibt dies öffentlichkeitswirksam an den WDR und die heimische Presse weiter. Die Tatsache, dass die Messanlage auch an Wochenenden und in Nächten - "an Zeiten, in denen gar kein Steinabbau stattfindet" - hohe Staubaufkommen registrierte, wertet Köster als Indiz für andere Ursachen: Die hohe Verkehrsbelastung auf der B55. Oder auch der "Publikumsverkehr durch Veranstaltungen wie der Montgolfiade". Einer muss es ja gewesen sein. Nur, dass es an der Montgolfiade liegen könnte ist unwahrscheinlich. In der Zeit vom 4.9. - 13.9 wurde der Grenzwert an einem einzigen Tag überschritten. Und zwar so eklatant, dass es auch ohne Montgolfiade-Verkehr gereicht hätte. Der Verkehr auf der B55 kann es aus zweierlei Gründen kaum Hauptursache sein. Erstens gibt es in den Nächten und an Wochenenden eher wenig Verkehr auf der B55. Zweitens müssten die Filter dann auch erhöhte Abgas- oder Bremsstaubspuren enthalten. Tun sie aber nicht. Sie sind fast weißlich: reiner Feinstaub aus Quarzsand. Der Verkehr ist nur insofern Schuld, als dass der Steinstaub überall in der Stadt liegt und durch den Verkehr feiner gemahlen und immer wieder aufgewirbelt wird. Es verwundert nicht, dass Franz-Bernd Köster anderer Ansicht ist. Das war er auch schon, als sein MIRO-Verband eine EU-"Quarzfeinstaubrichtlinie" verhinderte und dies öffentlich als Erfolg wertet. Dr. Brand vom zuständigen Landesamt (LANUV) sieht - trotz des vielen Staubs - da klarer: „Die industrielle Tätigkeit als solches“ verursacht den Feinstaub. Denn die Filter der Messstation sind „weißlich durch Quarzsand aus dem Betrieb der Steinbrüche“. Deshalb müsse man „eigentlich dafür sorgen, dass man die Ursachen an der Quelle bekämpft“. Allein schon aufgrund ihrer reinen Größe produzieren die Steinbrüche erheblich Feinstaub. Deshalb muss auch über eine Renaturierung der Abbauflächen nachgedacht werden, ähnlich wie beim Braunkohleabbau. Vielleicht ist das die bessere Antwort auf Franz-Bernd Kösters Frage, warum auch zu Zeiten ohne Steinabbau die Messwerte in die Höhe schnellen. In einem hat Franz-Bernd Köster jedoch Recht. Westkalk ist nicht allein der Böse. Es gibt beispielsweise auch noch Brühne. Nachfolgend einige Fotos. Die ersten beiden mit Blick auf WESTKALK. Unten rechts in der Ecke ist der Standort des Messcontainers. Die letzten beiden Fotos zeigen die Situation bei Brühne. Mit enorm viel Fantasie kann man erahnen, dass nicht die Steinbrüche sondern der starke Verkehr auf der B55 Hauptursache des Feinstaubs sind. Weitere Fotos, die zeigen, wie die Steinindustrie zur Verschönerung unserer Stadt beiträgt (klicken). |
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