| Stadt und Steinindustrie: Gemeinsames Handeln zum Wohl der Bürger? |
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| Geschrieben von Jochen Köster | |
Herzlichen Glückwunsch. Es ist geschafft. Wenn die Stadt und die Steinindustrie zusammen sprechen und gemeinsam handeln, dann ist das nur zum Wohle der Bürger. Da widerspreche noch einer.Aktuelles Paradebeispiel für die funktionierende Zusammenarbeit ist der Aktionsplan Feinstaub. Vor Jahren noch hatten wir 65 Staubtage, jetzt nur noch 33. Damit haben die Behörden keinen Grund mehr, die Maßnahmen zur Feinstaubreduzierung zu verschärfen. Das Paket der Maßnahmen hat gegriffen, vor allem die Sprinkleranlage vor der Messstation hat wahre Wunder bewirkt. Wäre es nicht billiger gewesen, einfach die Augen zu schließen oder den Messcontainer abzubauen? Dann hätten wir kostenlos gar keine Staubtage mehr gehabt. Auch Range und Wäster profitieren wohl künftig von der Zusammenarbeit der Stadt und der Steinindustrie. Bislang sind die Gewässer an einigen Tagen gräulich eingetrübt. Da irgendjemand die Verunreinigungen angezeigt hat, muss die Stadt (und nicht der Verursacher!) handeln. Also denkt man gemeinsam über einen neuen Abwasserkanal an der Rangetrift nach. Die Kosten in Höhe von ca. einer Millionen Euro wird man schon gerecht verteilen. Da bin ich mir sicher. Wenn man schon nichts vom Verursacherprinzip hält, wäre es nicht effektiver gewesen, die Trübungen der Wäster als Naturschauspiel touristisch zu vermarkten? Vielleicht ist ein ja neues Tourismus-Konzept der eigentliche Grund für die „geheimen“ Gespräche mit der Steinindustrie? Chauffieren könnte man künftige Katastrophen-Touristen bequem per Bahn, die wir ja ohnehin subventionieren. Würde man es schaffen, dass die Bürger ihre sprengerschütterten Häuser verlassen, führe man sogar an einer echten Geisterstadt vorbei. An den Steinbrüchen angekommen, könnte der Bürgermeister angesichts der zahlreichen Seen prahlen: „Nehmt ein frisches Bad. Wir sind hier so steinreich an allerbestem Trinkwasser, dass wir darin baden können“. Ganz so weit kommt es vielleicht nicht. Denn allerbestes Trinkwasser wird es in Warstein wohl schon bald nicht mehr geben: Die Nitrat-, vor allem aber die Chloridwerte steigen unaufhörlich. Schon jetzt ist das Trinkwasser, würde es denn als „Warsteiner Wasser“ in Flaschen verkauft werden, nicht mehr oder nur noch bedingt zur Aufbereitung von Babynahrung geeignet. Der steigende Chloridwert sorgt vielleicht dafür, dass unser Wasser künftig nicht mehr ohne weiteres als Trinkwasser zu gebrauchen ist. Das wäre die wirtschaftliche Krönung der jahrzehntelangen Zusammenarbeit von Stadt und Steinindustrie: Wir bräuchten uns nicht mehr streiten, nicht mehr demonstrieren, keine sündhaft teueren Gutachten. Das spart viel Geld. Aber wäre es nicht letztlich für uns Bürger besser gewesen, den Steinabbau zu beenden? Es wird Zeit, der Steinindustrie deren Grenzen aufzuzeigen, anstatt die Zusammenarbeit um jeden Preis zu suchen. Mit freundlichen Grüßen |
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Herzlichen Glückwunsch. Es ist geschafft. Wenn die Stadt und die Steinindustrie zusammen sprechen und gemeinsam handeln, dann ist das nur zum Wohle der Bürger. Da widerspreche noch einer.