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Projektentwicklung Risse-Glände und Innenstadt: Fakten, die interessieren PDF Drucken
Geschrieben von Lothar Bräutigam   
Braeutigam Lothar.jpgAuf meinen Leserbrief antwortet nun der Architekt Zakowski, obwohl ich diesen namentlich nicht benannt hatte. Von meiner Seite war nur die Projektgesellschaft aufgeführt – diese aber auch ohne Namensnennung. Nun können wir ja in der Öffentlichkeit gern die Argumente austauschen nachdem Sie mich persönlich angegriffen haben. Von Ihnen kommt der Vorwurf „Bereicherung auf Kosten der Stadt Warstein, der jeder Grundlage entbehrt und rufschädigend ist“. Sicherlich haben Sie nicht genau gelesen, denn ich habe die SPD kritisiert wegen der Absicht Ihre Gesellschaft mit der weiteren Stadtentwicklung ins Gespräch zu bringen. Dann könnten Sie natürlich zusätzlichen Umsatz in Warstein erreichen. Dies wäre dann allerdings im Rat zu entscheiden wobei ich mich dann heftig zu Wort melden würde. Denn ein Auftragnehmer für städtische Aufträge müsste „gewisse“ Anforderungen erfüllen, die ich bei Ihrer GmbH nicht sehe. Zu Ihren bisherigen Tätigkeiten in Warstein die Fakten: in 2004 wurde zwischen Stadt und Risse-Gruppe ein „Generationenvertrag“ geschlossen. Auch erinnere ich mich an das Versprechen bis 2006 durch Ihre Projektgesellschaft ein Einkaufszentrum auf dem Risse-Gelände zu eröffnen. Doch was ist bisher geschehen? Nichts!

Es lag mir fern Sie persönlich als Architekt hinsichtlich der Bonität zu kritisieren. Doch Ihre Projektgesellschaft (von Ihnen jetzt öffentlich genannt mit Objekta) macht mich nachdenklich. Zu den Fakten: aus den ab 2006 öffentlich zugänglichen Daten ergibt sich bei Ihrer GmbH in jedem Jahr ein Verlust, der mittlerweile in 2009 auf das 15-fache vom Eigenkapital angestiegen ist. Die zugestandene laufende Überschuldung sollte immer im Folgejahr durch „Wiederherstellung des Eigenkapitals“ ausgeglichen werden (denn sonst wäre die Frage der Insolvenz zu thematisieren gewesen). Nun sagen Sie selbst, dass dieses mittlerweile (endlich) in 2011 erreicht wird. Die Veröffentlichung wird dann wohl nach den bisherigen Erfahrungen erst 2013 erfolgen – warum zeigen Sie so lange ein nicht gerades positives Bild Ihrer GmbH? Zu Bilanzierungsfragen bezüglich Verzögerungen der Ausweise von Gewinnen aus Projekten brauche ich als Fachmann keine Belehrung von Ihnen. Es ist aber allgemein nicht üblich, dass über so lange Zeit Projekte mit der Endabrechnung laufen. Sie nennen Ihre GmbH selbst eine Bauträgergesellschaft, die Aufträge an Handwerksfirmen vergibt. Dies sind bekanntlich keine geringen Beträge – schließlich projektieren Sie Objekte in MIO-Größenordnungen. Da sollte man sich doch als „ehrbarer Kaufmann“ nach alten deutschen Grundsätzen entsprechende Gedanken machen. Eigentlich erwartet man bei einer haftungsbeschränkten Gesellschaft ein angemessenes Engagement des Inhabers durch Einsatz von ausreichendem Eigenkapital. Denn nicht nur die Banken (diese haben Sie ja durch Grundschulden selbst abgesichert) möchten einen positiven Eindruck vom Geschäftspartner sehen. Nur am Rande: in 2004 gewährte Objekta Ihnen als Geschäftsführer ein Darlehen von 25.000 (das wohl mittlerweile 2009 zurückgezahlt wurde) zu einem Zins von 4,0% - böse ist wohl jener, der bei einem eingezahlten Eigenkapitals von 26.100 nachdenklich würde.

Gern erwarte ich Ihre weiteren Stellungnahmen und Vorwürfe in der Öffentlichkeit. Ich freue mich auch auf eine Diskussion im Rat der Stadt Warstein – wenn denn die SPD zu ihrem Vorschlag steht und die Projektentwicklung für unsere Stadt in andere professionelle Hände legen möchte.

Lothar Bräutigam,
BG-Ratsmitglied
 
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