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Forstausschuss "Jagdpacht": BG-Forderungen vorsätzlich mißverstanden? PDF Drucken
Geschrieben von Jochen Köster   
Das Echo auf die letzte Sitzung des Forstausschusses ist gewaltig. Traurig ist, dass die Forderungen der BG
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  • Aussprache aller Beteiligten in der Versammlung: also Verwaltung, Jäger und Politik gemeinsam an einem Tisch
  • Umsetzung des neuen Konzeptes gemeinsam mit der Jägerschaft - und nicht grundlos die andere Seite ohne Anhörung zu ignorieren.
  • Entscheidungsrecht bei schwerwiegenden Pacht-Verstößen (wie z.B. Kündigung, Revier künftig in Eigenregie etc.) durch die Politik und nicht alleinig durch die Verwaltung.
nun zum Teil drastisch mißinterpretiert werden. Ob diese Umdeutungen vorsätzlich geschehen oder nicht - so können die bisweilen unredlichen Behauptungen nicht stehen bleiben. Hier bedarf es einer Richtigstellung:

Stellungnahme zum Forstausschuss "Thema Waldbewirtschaftung und Jagdpacht"

Fünf (!) Millionen Euro Wertverlust beim verkauften Holz sind laut Verwaltung für die Jahre 2007-2011 zu beklagen. Verursacht wurden diese überwiegend durch Schälschäden von Sika- und Rotwild.

Klar, dass das nicht so bleiben kann. Der städtische Wald muss Gewinne einbringen. Nicht nur kurzfristig, sondern auch für künftige Generationen. Genau das fordert die BG schon seit Jahren.

Wie ein Wald betriebswirtschaftlich sinnvoll und nachhaltig zugleich gemanagt werden kann, zeigte der Vortrag von Forstdirektor Dr. Straubinger eindrucksvoll. Davon sollten wir große Teile übernehmen.

Den Vorwurf des Ausschussvorsitzenden Jesse (CDU), die BG sei in „keinster Weise offen für Argumente und Zahlen“ gewesen, werte ich als untauglichen Versuch, seine eigene Engstirnigkeit und sein merkwürdiges Demokratieverständnis zu verschleiern.

Bleiben wir bei den Fakten. Der ursprüngliche Beschluss von 2012 umfasst 4 Punkte. Drei dieser Punkte bleiben gänzlich unverändert. So orientiert sich die Abschusshöhe weiter am Zustand des Waldes, z.B. der Verbissquote (Punkt 1). Die gültigen Pachtverträge werden konsequent umgesetzt, auch in Bezug auf Abmahnungen und Kündigungen (2).  Und künftig hat die Entwicklung alternativer Jagdstrategien Vorrang vor maximalen Jagdeinnahmen (4).

Diese Ziele standen nie zur Diskussion, dazu stehen wir weiterhin.

In Punkt 3 forderte die Verwaltung, dass in waldbaulich besonders sensiblen Bereichen oder Flächen mit besonders hohen Waldschäden Jagd grundsätzlich in Eigenregie durchgeführt wird. Referent Dr. Straubinger dazu sinngemäß: Man müsse zunächst alle Pachtverträge kündigen und dann nach und nach neu verpachten. Traditionelle Jäger seien für das neue Konzept ungeeignet.

Also Generalverdacht und offene Konfrontation? Nein, deshalb widersprechen wir in diesem einen, einzigen Punkt. Darum behält auf BG/SPD-Antrag hin Verpachtung weiterhin Vorrang vor Regiejagd.

Letztlich wird also das ursprüngliche Konzept der Verwaltung (fast) in Gänze weiterhin umgesetzt. Aber jetzt trifft die Politik die Entscheidungen und nicht die Verwaltung. Das ist demokratisch.

Undemokratisch ist es hingegen, unseren Antrag zu ignorieren, auch die Jäger als Betroffene zu Wort kommen zu lassen. Unredlich ist es gar, die BG als „Klientelpolitiker“ oder deren Forderung als „Bankrotterklärung“ darzustellen.

Mit freundlichen Grüßen
Jochen Köster

(Fraktionsvorsitzender BG Warstein)
 
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