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Kommentar Warsteiner Anzeiger: SPD Suttrop, politischer Arm von SW Suttrop PDF Drucken
Geschrieben von Warsteiner Anzeiger: Harald Struff   
Das Klima zwischen den Vereinen SW Suttrop und TuS 45 Warstein entspreche der frostigen Witterung, schrieb der Anzeiger vor einer Woche. Nach der gestrigen Veröffentlichung des Antrags des SPD-Ortsvereins Suttrop an den Rat der Stadt Warstein, man möge den Lärmschutz am Herrenberg überprüfen, dürfte es eine Eiszeit geben.

Seit Wochen klagen Mitglieder des TuS Warstein, es werde geschossen "von dort oben", so nennen sie das Hardtstadion. Angriffe auf das Warsteiner Kunstrasen-Projekt. Wie die Munition aussieht, haben die Blau-Weißen seit gestern schwarz auf weiß: Sie ist politisch.

Rund 175 000 Euro an Eigenleistung will der TuS 45 Warstein für die Umwandlung der Herrenberg-Asche in Kunstrasen aufbringen, etwa die gleiche Summe kommt aus öffentlicher Hand. Im Sommer 2009, so die TuS-Hoffnung, soll der Umbau erfolgen. Im Haushaltsentwurf der Stadtverwaltung sind die Gelder aufgeführt -- ein Etappenziel.

Nun wirft sich Suttrop in den Weg. Der SPD-Ortsverein sorgt sich vordergründig um eine Fehlinvestition, will den Bauherren und Eigentümer, also die Stadt, in die Pflicht einer "Risikominimierung" nehmen, ruft nach rechtssicheren "Lärmminderungmaßnahmen", befürchtet ansonsten die "Schadensersatzpflicht der Ratsmitglieder".

Es ist nicht etwa der SPD-Ortsverein Warstein, die CDU-Ortsunion Suttrop oder sonst eine der 30 politischen Einrichtungen in der Stadt, die die angebliche Sorge um den Lärmpegel rund um das Toreschießen am Herrenberg antriebe. Es ist allein die SPD Suttrop, und das hat einen Grund: Sie vertritt die Interessen von SW Suttrop mit ihrem Vorsitzenden Siegfried Ehling, zugleich Ratsmitglied der SPD. In diesen Tagen könnte man die Suttroper Sozialdemokratie mit ihrem 1. Vorsitzenden Udo Koerdt und Ortsvorsteher Erwin Koch auch den politischen Arm von Schwarz-Weiß Suttrop nennen.

Der "Initiativkreis Kunstrasen" beim TuS Warstein arbeitet seit über einem Jahr an dem Herrenbergsprojekt. Doch erst jetzt, in einer wichtigen Entscheidungsphase in Rat und Verwaltung, streut Suttrop Lärm-Bedenken in die Beratungen ein. Gab es die nicht viel früher?

Erst jetzt aber gibt es auch ein Fußballkonzept des Stadtsporverbandes für 2009 bis 2015. Und das stößt auf Widerstand bei SW Suttrop. Der Verein sieht sich bedroht; die Orts-SPD will retten. Das, was im Fußballkonzept als "Denkmodell" aufgeführt wird, eine Aufgabe des Suttroper Naturrasenplatzes bei Erhaltung des dortigen Kunstrasens bzw. die Übernahme der Betriebskosten von rund 21 000 Euro durch den Verein, wertet man in Suttrop bereits als "entweder oder", als beschlossene Sache. Offenbar ungehört bleibt, dass der Stadtsportverband, wie dessen Vizevorsitzender Arno Franke, stets betont: "Niemand will den Suttropern den Naturrasenplatz wegnehmen."

Ein kausaler Zusammenhang von Fußballkonzept und Warsteiner Kunstrasenplatz erschließt sich in dem SPD-Antrag auf den ersten Blick nicht. Man spricht von "gravierenden Nachteilen" durch das Konzept für SW Suttrop, schwenkt dann zum TuS Warstein, wo man "auf Risiken hinweisen möchte".

Beim zweiten Blick wird klar: Für Suttrop könnte es von Interesse sein, wenn am Herrenberg kein Kunstrasen entsteht, würde es doch möglicherweise die eigene Sportstätten-Position stärken.
Und: Das Aus für eine moderne Spielstätte am Herrenberg würde weiter viele Kinder aus dem Asche-Ortsteil Warstein nach Suttrop treiben -- ein Teil der Beibehaltungsstrategie für das Hardtstadion als Sportzentrum mit Doppelspielfeld.

So scheint Anlass für den Antrag weniger die tatsächliche SPD-Sorge um die vermeintliche Vernichtung von Steuergeldern durch den Warsteiner Kunstrasen zu sein, als vielmehr das Bemühen, den Status Quo im Hardtstadion zu halten: Die beiden eigenen Großspielfelder sollen bestehen bleiben, am besten mit den bestehenden städtischen Finanzspritzen. Und was liegt da näher, als die kommunalen Investitionsmittel für das nächst- und naheliegendste Großprojekt in Frage zu stellen? Natürlich ist das das unmittelbare Konkurrenz-Produkt, Warsteins Kunstrasen.

Dass der TuS Warstein das eigene Kunstrasen-Projekt als für ihn überlebenswichtig bezeichnet, scheint Suttrop egal zu sein: Wer Fußball spielen will, kann ja ins Hardtstadion kommen. So griff SWS-Vorsitzender Ehling vorvergangene Woche wieder das Wort der "Fusion" auf.

Doch: Wen glaubt Siegfried Ehling, nach der nun erfolgten Suttroper Attacke auf den Warsteiner Kunstrasen, allen Ernstes noch am Herrenberg für eine Zusammenarbeit oder gar einen Zusammenschluss beider Vereine begeistern zu können? Suttrop greift das aufwändigste Vorhaben des TuS 45 in dessen Vereinsgeschichte an. Kaum geeignet, um am Herrenberg Freunde zu gewinnen.

Könnte Ehling statt Fusion nicht auch sagen: Schickt vom Herrenberg Fußballer, damit der marode Spielbetrieb unserer abstiegsgefährdeten 1. und 2. Seniorenmannschaft erhalten bleibt -- und ein paar Arbeitskräfte, um die Bäume zu schneiden und den Sand zu verfüllen, damit die städtischen Betriebskosten gesenkt werden!?

SW Suttrop kämpft gegen die eigene Bedeutungslosigkeit: Seit drei Jahren gelingt es unter dem Vorsitz von Ehling nicht, den sportlichen Niedergang aufzuhalten, steht der einstige Landesligist vor dem dritten Abstieg in Folge zur B-Liga, laufen jedes Jahr Sponsoren und Seniorenspieler davon.

Der SPD-Ortsverein versucht derweil, wohlwissend, Warstein gegen sich aufgebracht zu haben, in anderen Ortsteilen zu punkten. Eine etwaige Fehlinvestition am Herrenberg könne zu Lasten des TuS Belecke gehen, weil sich durch eine "zusätzliche Belastung des kommunales Budgets" die Umwandlung des dortigen Tennenplatzes verzögern könne, meint man wohlwollend. Beim SuS Sichtigvor stelle sie sogar "den Erhalt des Sportplatzes extrem in Frage". Das klingt fadenscheinig.

Das Verhalten von SW Suttrop und SPD Suttrop sieht nach bösem Foulspiel gegen den TuS Warstein aus. SWS und SPD sind dabei, sich ins sportliche wie politische Abseits zu stellen.

Harald Struff
Redakteur Warsteiner Anzeiger

Quelle: Warsteiner Anzeiger, 10. Februar 2009
 
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