"Ewiger" Steinbruch? Nicht ganz Warstein gehört der Steinindustrie!
Geschrieben von Jochen Köster   
Jochen Koester.jpgDer "Tag des Wassers" und die Kundgebung dazu waren ein voller Erfolg. So möchte man auf den ersten Blick meinen. Sogar Westkalk-Chef Franz-Bernd Köster hat die Info-Veranstaltung bewusst besucht und sieht Hoffnung. Zur Berichterstattung in der Lokalpresse nimmt BG-Fraktionsvorsitzender Jochen Köster (Bild) Stellung:

Franz-Bernd Köster (Westkalk) fordert regelmäßig, wir müssen aufeinander zugehen, um den Konflikt zu lösen. Nur gehandelt hat er stets nach dem Motto "Ihr habt mir entgegen zu kommen, ich bleibe auf meinem Standpunkt (be)-stehen." Vermutlich würde er diesen auch einklagen. Warum begegnen wir Warsteiner ihm nicht auf Augenhöhe? Sind wir nicht fähig, für unsere Rechte auf unseren eigenen, städtischen Parzellen zu kämpfen? Vergesst nie: Nicht ganz Warstein gehört der Steinindustrie. Auch wenn diese sich bisweilen so verhält.

Kein Wunder, dass der ehemalige CDU-Vorsitzende Franz-Bernd Köster auch Signale aus der Politik sieht (und nicht nur aus der CDU), die Hoffnung geben. Hoffnung auf einen "ewigen" Steinabbau, erst in der Fläche, dann in der Tiefe, im Grundwasser. Ja, die jahrzehnte alte Pro-Steinbruch-Koalition steht wieder, die SPD ist mit im Boot.  Der Block aus CDU/SPD hat nun einmal die große Mehrheit Rat.

Auch, dass ausgerechnet der bestens vernetzte Steinlobbyist Franz-Bernd Köster Kundgebungsredner Manfred Raker vom BUND unterstützen möchte, überrascht mich nicht. Löste doch gerade dieser  bei vielen Zuhörern und selbst bei Mitgliedern der Trinkwasser-INI  Kopfschütteln aus. Raker ging am "Tag des Wassers" mit kaum einem Wort auf die enorme Trinkwasser-Gefährdung ein. Stattdessen forderte er die -  ohnehin rechtlich vorgeschriebene - Renaturierung ehemaliger Steinabbauflächen.

Salopp gesagt, Herrn Raker interessiert scheinbar mehr ein neues Biotop für seltene Tier- und Pflanzenarten, aber weniger die vielfältige Belastung der Menschen noch die Zukunft unser Stadt. Wäre ich Steinbruchbetreiber, ich würde ihm sofort ein kleines, preiswertes Biotop schenken und im Gegenzug auf den riesigen Restflächen Fakten schaffen, eben "nicht kuiern, muiern!"

Mit freundlichen Grüßen


Jochen Köster
Fraktionsvorsitzender BG Warstein