Trinkwasser: Verursacht Urteil Kostenexplosion für Warsteiner Bürger?
Geschrieben von Lothar Bräutigam   
Lothar Braeutigam.jpgWegen des Urteils zur Warsteiner Hillenbergquelle regen sich einige in Leserbriefen auf. Aber das Jammern nützt doch nicht, das Gericht hat entschieden und die Steinindustrie hat gewonnen. Die Genehmigung der Wasserrechte für die nächsten 30 Jahre ist damit vom Gericht aufgehoben worden.

Auch steht im Urteil, dass „die Voraussetzungen für eine Zulassung der Berufung nicht vorliegen“. Dennoch wird von der unterlegenen Genehmigungsbehörde (RP in Arnsberg) noch überlegt, ob doch bis zum 5. Februar Berufung eingelegt werden soll – damit soll Zeit gewonnen werden. Da warten wir mal ab. Wenn das Urteil rechtskräftig wird haben wir kein Recht mehr zur Förderung des Trinkwassers aus der Quelle. Dann stehen wir alle sofort auf dem Trockenen.

Die Auswirkungen bei Ausfall unserer Quelle wurden schon im Jahre 2008 von Dr. Büscher im Betriebsausschuss der Stadtwerke auf Verlangen von Karl Heinz Berghoff (BG) dargestellt. Demnach muss die Versorgung der Bevölkerung durch Einkauf des Wassers bei Gelsenwasser sichergestellt werden. Dadurch wird sich der Preis bis zu 1,90 Euro netto pro cbm verteuern. Bisher liegt die Wassergebühr bei 1,05 Euro. Also können wir eine Steigerung auf das Dreifache erwarten, Preissteigerungen von 2008 bis 2015 in 7 Jahren nicht berücksichtigt. Aktuell werden von den Stadtwerken 1,7 Mio cbm jährlich als Berechnungsgrundlage geplant. Die Preiserhöhung kann man also schnell errechnen: 1,7 Mio * 1,90 = 3,2 Mio Euro.

Das muss man sich mal auf der Zunge zergehen lassen: alle Warsteiner (auch im Möhnetal und Hirschberg) zahlen jährlich mindestens 3 Mio Euro mehr – für private Haushalte kommt noch die Mehrwertsteuer drauf. Eine tolle Leistung der hiesigen Steinindustrie.

Für die BG Warsten
Lothar Bräutigam, Sachkundiger Bürger im zuständigen Betriebsausschuss