Noch Gefahr durch Legionellen? Viele Fragen - keine Antworten!
Geschrieben von Jochen Köster   
Jochen Koester.jpgHoch her ging es im Ausschuss für Stadtentwicklung, Umwelt und Wirtschaftsförderung. Eigentlich sollte das Thema Legionellen Mitte Februar 2014 längst abgehakt und Warstein zur Normalität zurück gekehrt sein. Doch die aktuelle Berichterstattung in der heimsichen Presse und im Fernsehen wirft Fragen auf. Weil diese im Ausschuss nicht beantwortet wurden, stelle ich diese nun öffentlich:

Fragen zum Thema Legionellen wollte der Vorsitzende Josef Wüllner (CDU) im Ausschuss nicht zulassen. Oberlehrerhaft versuchte er mir (vergeblich) beizubringen, dass dafür der Betriebsausschuss zuständig sei.

Er ist Vorsitzender des Ausschusses für Stadtentwicklung, Umwelt und Wirtschaftsförderung. Und aus meiner Sicht ist das der richtige Ausschuss für das Thema Legionellen, da sogar alle drei Teilaspekte dieses Ausschusses betroffen sind. Abgesehen von der Zuständigkeit, besteht nicht auch die moralische Pflicht, den Bürger bei diesem heiklen Thema zu informieren?

Wie lautete meine an sich harmlose Frage, die für so viel Wirbel sorgte: Ist die Bevölkerung derzeit durch Legionellen gefährdet? Was passiert, wenn die Außentemperaturen im Frühling ansteigen?
 
Man könne keine Antwort geben! Wie bitte? Wird das heikle Thema denn nicht in den Führungskonferenzen des Rathauses behandelt? Warum gibt es keine Stellungnahme des Bürgermeisters?

Die Fragen sind doch nur die Konsequenz aus der neueren Entwicklung. Die relativ warme Wäster „qualmt“ seit eh und je im Winter. Ebenso wie der Bullerteich und viele der Kanaldeckel. Das wissen die Warsteiner. Dennoch werden im Januar die Kanaldeckel abgedichtet, weil Bürger wegen des aufsteigenden Dampfs besorgt sein könnten. Aber es bestehe keine Gefahr.
 
Am 13. Januar steht in der heimischen Presse: Das Legionellen-Problem in Warstein sei ungelöst. NRW-Umweltminister Remmel stellt fest, dass erst im Januar erneut sehr hohe Legionellenkonzentrationen gemessen worden sind. Sieben Millionen Euro sollen für die Abdichtung der Kanäle ausgegeben werden.

Sieben Millionen Euro für was? Nur aus reiner Vorsicht? Und wer bezahlt das? Rund 150 Bürger waren im Sommer erkrankt, es gab sogar Tote. Sollen nun die Betroffenen auch noch selbst dafür zahlen?

Aktuell ist zu lesen, dass das aus dem Klärwerk des Ruhrverbandes wieder in die Wäster eingeleitete Wasser seit zwei Monaten Trinkwasserqualität habe. Das wird für das Abwasser stimmen. Aber warum dürfen die Betriebe unterhalb des Klärwerks immer noch kein Wasser aus Wäster oder Möhne entnehmen? Und warum kann die Feuerwehr bei Wasserentnahme dort nur mit Mundschutz arbeiten?
 
Fragen über Fragen. Wo bleiben die Antworten?

Jochen Köster
Vorsitzender BG-Fraktion